Portrait

Elfingen – Das beschauliche Weinbauerndorf

Rebberg_Rüeget.JPGElfingen liegt in einem idyllischen Seitentälchen des nördlichen Bözbergaufgangs im aargauischen Fricktal. Das ehemalige Rebbau- und Kleinbauerndorf ist heute ein attraktiver Wohnort im Grünen, abseits der hektischen Agglomerationen, wo trotzdem  in knapp 30 Minuten sowohl Basel wie auch Zürich erreicht werden kann. A3 Autobahn- ein- bzw. -ausfahrten (Basel-Zürich) in Effingen und in Frick sind weniger als 10 Minuten entfernt. Mit der Postautolinie 137 Frick-Brugg ist Elfingen sehr gut an den öffentlichen Verkehr angeschlossen.

Wie im Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) beschrieben, hat das kleine Haufendorf durch die feine Anpassung seiner kreuzförmigen Anlage an die topografischen Gegebenheiten des Tafeljuras besondere Lagequalitäten. Das Ortsbild von nationaler Bedeutung hat in der Grundstruktur noch regionaltypische Bausubstanz aus dem 17. Jahrhundert und reizvolle Quergassen entlang der Durchgangsstrasse. Noch dominiert der Mehrzweckbau mit den Merkmalen des Jurasteinhauses das Dorfbild. Die Ursprünglichkeit inmitten einer intakten herrlichen Juralandschaft lädt Jung und Alt zum Verweilen ein. 

Rebbau hat alte Tradition

Der Rebbau hat in Elfingen eine uralte Tradition. Die nach Süden geneigten Hänge sind denn dazu auch wie geschaffen. Es ist anzunehmen, dass die Abtei Murbach im Elsass, die umfangreiche Güter und Rechte in der Region besass, bereits  im Hochmittelalter den Rebbau förderte. Gegen Ende des 14. Jhdt. ist der Weinzehnten urkundlich bezeugt und im 16./17. Jahrhundert förderten die Berner Herren den einheimischen Weinbau. Dank der ausgezeichneten Lage und der überdurchschnittlichen Sonnenscheindauer gehört der Elfinger Blauburgunder zu den ansprechendsten Landweinen der Region. Die meisten Produzenten vertreiben und vermarkten heute ihr Produkt selbst. Aus der Rebbaustatistik: total 13.5 ha, davon 9 ha Blauburgunder und 4.1 ha Riesling x Sylvaner, Rest Pinot Gris, Gamay x Reichensteiner und Direktträger.

Historisches – Dinghof Elfingen, einst Zentrum der Talschaft

Streufunde weisen darauf hin, dass sich bereits in der jüngeren Steinzeit Menschen auf dem heutigen Gemeindegebiet aufhielten. Die Ursprünge des Dorfes dürften auf die älteste alemannische Siedlungsphase in das 5./6. Jahrhundert reichen (Gräberfunde im Frühsommer 1978). Auch der Ortsname „Elfingen“, der erstmals im Jahre 1245 mit einem Verkauf von Gütern an das Kloster Wettingen urkundlich erwähnt wird, weist mit der Endung –ingen auf einen typischen alemannischen Ortsnamen hin. Er kann als  „bei den Höfen des Agiwolf“.gedeutet werden.  Elfingen hatte als Sitz des zur Benediktiner-Abtei Murbach im Elsass gehörenden Dinghofes sowie Pfarreiort der umliegenden Gemeinden Bözen, Effingen sowie Teilen von Zeihen und Linn bis ins Spätmittelalter eine bedeutende Stellung im nördlichen Bözbergtal. 1322 schenkte Königin Agnes von Ungarn den Hof Elfingen dem Kloster Königsfelden bei Windisch. 1415 eroberten die Berner weite Teile des Aargaus, nicht aber die Herrschaft Schenkenberg, wozu der Ort gehörte. 1460 zogen die Berner auch diese Herrschaft links der Aare an sich. Der alte Dinghof Elfingen gelangte dann 1514 über die Ritter von Rotberg ganz an Bern. Kurz nach der Reformation (1534) wurde die Kapelle in Bözen zum Gotteshaus der drei Dörfer „Unter dem Berg, Effingen-Elfingen-Bözen, erhoben. Das alte, wohl aus dem 9. Jahrhundert stammende Gotteshaus (Patrozinium: Leodegar) zerfiel zusehends. Der Amtssitz des Pfarrers blieb jedoch bis 1824 in Elfingen. Aus jener Zeit stammte der Spruch „Elfingen hat den Pfarrer, Bözen die Kirche und Effingen die Glocke“, gemeint war hier natürlich das Gasthaus. Von der einstigen Bedeutung Elfingens als Mittelpunkt des Dinghofes zeugt heute noch das einstige Pfarrhaus, „im Schloss“ genannt. Das markante Gebäude auf erhöhter Lage stammt in seinem Äusseren aus dem Anfang des 18. Jahrhunderts. Wer mehr zur Geschichte von Elfingen erfahren möchte, sei die Dorfchronik von Walter Linder bestens empfohlen (zu beziehen bei der Gemeindeverwaltung gemeindeverwaltung@elfingen.ch).

Gastronomie in Elfingen

Weinstube zum Sternen
Geheimtipp für Bauern- und Wildspezialitäten (Saison); hausgemachtes Holzofenbrot, Elfinger Weine aus Eigenbau. Saal für Familien- und Geschäftsanlässe für 70 Personen, Gartenwirtschaft für 40 Personen. www.sternen-elfingen.ch

Käsers Schloss
Schnapstheater und Feinkost-Boutique, Buschwirtschaft. Für Firmen-Events, Seminare, Workshops, Privatanlässe von Gruppen von 20 bis 50 Personen (Öffnungszeiten auf Anfrage). www.kaesers-schloss.ch.

Bevölkerung

Zwischen 1850 (265 Einwohner) und 1980 (165 Einwohner) nahm die Bevölkerungszahl um über einen Drittel ab. Nach Eröffnung der nahe gelegenen Bözbergautobahn A3 im Jahr 1996 nimmt nun die Bevölkerungszahl wieder leicht zu und beträgt aktuell um 250 Einwohner. Trotz Bevölkerungswachstum ist die Kinderzahl in den letzten Jahren stark gefallen. Noch rund ein Dutzend Schüler besuchen die ab Schuljahr 2005/2006 zur Tagesschule umfunktionierten Gesamtschule in Elfingen (Tagesschule).

 

 

 

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